Kriegsgefahr im Schatten der Griechenlandkrise? USA/Türkei und Iran verschärfen den Ton im Syrienkonflikt.

Veröffentlicht: 29. Juni 2011 in Uncategorized
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Seit einigen Tagen wird über einen möglichen militärischen Konflikt der USA und der Türkei auf der einen Seite und Syrien und seinem Verbündeten Iran auf der anderen Seite gemutmaßt. In Syrien gab es, wie in anderen arabischen Staaten Proteste und lokale Aufstände gegen das autokratische Regime, wobei Gerüchte wissen wollen, dass diese von den USA zu mindestens unterstützt werden. Die syrische Regierung hat diese Aufstände bisher gewaltsam aber erfolgreich unterdrückt. Mehr als 1.300 sollen dabei ums Leben gekommen sein und 10.000 Personen sind inhaftiert worden. Tausende Syrer sind in die Türkei geflohen. Sowohl die Türkei als auch Syrien haben massive Truppenverbände an der gemeinsamen Grenze stationiert. Die Türkei hat Syrien bereits aufgefordert seine Truppen von der gemeinsamen Grenze zurückzuziehen. Dabei ist zu beachten, dass der Grenzverlauf historisch durchaus nicht unumstritten ist und Syrien Gebiete in der Türkei als zu Syrien gehörig betrachtet. Weiterhin hat Syrien in der Vergangenheit die im Widerstand zur türkischen Zentralmacht stehenden Kurden unterstützt. Für Konfliktpotential ist also gesorgt.

An der Seite des eigentlich von einem arabischen atheistischen System regierten Syrien, das System des syrischen Führers Assad hat ähnliche Wurzeln wie das gestürzte System Sadam Husseins im Irak, steht mit dem Iran eine nichtarabische Theokratie. Dieser Widerspruch ist an sich nur durch die geopolitische Lage in der Region zu erklären, der Syrien fast notgedrungen zwingt sich dem Iran anzunähern. Auf der einen, nördlichen Seite die Türkei die immer selbstbewusster die Rolle einer Regionalmacht spielen will. Dann Israel, von den USA unterstützt, als Hauptkonfliktpunkt der Region, mit denen Syrien noch Gebietskonflikte hat (Golanhöhen) und dem Libanon als Spielwiese der Konfliktparteien, einschließlich der schiitischen, vom Iran unterstützten Milizen dort. Diese Situation und gemeinsame Feinde verbindet dann selbst doch so unterschiedliche Staaten wie den Iran und Syrien.

Die EU hat gegenüber Syrien Wirtschaftssanktionen ausgesprochen. Die USA verstärken ihre Militärpräsenz in der Region, vor allem seegestützt im Mittelmeer vor der syrischen Küste. Am 13. Juni verlegten die USA die USS Bataan, ein Mutterschiff für  amphibische Landeoperationen nahe der Küste Syriens  mit 2,000 Marines, 6 Kampfflugzeugen und 15 Kampfhubschraubern an Bord. Weiterhin wurde der Lenkwaffenkreuzer USS Monterrey aus dem Schwarzen Meer in das Mittelmeer vor Syrien beordert. Eindeutige Drohgebärden Richtung Syrien und auch Iran. Aber auch Russland dürfte diese Massierung an Seestreitkräften nicht freuen.

Der Iran hatte dagegen erstmals seit der iranischen Revolution 1979 im Februar 2011 Kriegschiffe in das östliche Mittelmeer verlegt. Die Fregatte Alwand und der Versorger Charg waren durch den durch Ägypten kontrollierten Suezkanal gefahren um an Manövern mit der syrischen Marine teilzunehmen. Dies hatte bereits damals Israel in Alarmbereitschaft versetzt. Die iranischen Schiffe sollen bis zu einem Jahr im Mittelmeer bleiben. Und nun am letzten Montag die nächste Demonstration militärischer Stärke des Iran. Die iranische Elitetruppe der Revolutionsgarden haben nach eigenen Angaben 14 Raketen des Typs Schahab 3 getestet. Diese aus geschützten unterirdischen Silos startenden Raketen sollen eine Reichweite von 2000 Km haben und somit den Raum um Syrien und damit türkische, israelische und US amerikanische Einrichtungen zerstören können. Auch Vergeltungsschläge auf US Truppen in Afghanistan sind möglich.

US Außenministerin Hillary Clinton sagte kürzlich, dass die Situation an der Syrisch-Türkischen Grenze sehr besorgniserregend ist und eskalieren könnte. Aber auch die EU verurteilte das Vorgehen Syriens auf das schärfste. Die Zutaten für einen massiven militärischen Konflikt sind gegeben. Einzig das Steckenbleiben der NATO im Libyen-Krieg könnte auf westlicher Seite momentan für Zurückhaltung sorgen. Ist dieses Problem dann einmal gelöst könnte es in Syrien so richtig krachen.

Bilder von der operierenden USS Bataan (Kurzbezeichnung: LHD 5) aufgenommen von einem Versorgungsschiff aus. Im Bild dann auch zwei senkrecht startende Truppentransportflugzeuge Typ Osprey.


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