Crash der Nürnberger Stadtfinanzen: Der Niedergang des Beteiligungsbesitz der Stadt Nürnberg.

Veröffentlicht: 10. Juli 2011 in Uncategorized
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Die Schieflage des Kernhaushalts der Stadt Nürnberg wurde hier schon einige Male angesprochen. Noch mehr lohnt sich ein Blick in die Nebenhaushalte der Stadt Nürnberg um den finanziellen Niedergang der Stadt und die Unfähigkeit des Duos Maly/Riedel zu dokumentieren die Finanzen der Stadt Nürnberg auf eine solide Basis zu stellen. Letzter bekannt gewordener Fall: der Nürnberger Flughafen.

Der Nürnberger Flughafen, der ja jahrelang als Innovations- und Wirtschaftshoffung für Nürnberg gehandelt wurde ist nun selber zum finanziellen Pflegefall geworden. Seit Jahren werden Verluste geschrieben und eine Besserung ist nicht zu erwarten. In einem typischen Anfall von wirtschaftlicher Realitätsleugung ging man jahrelang von einem immerwährenden Ansteigen der Passagierzahlen aus und erweiterte entsprechend mit hohen Millioneninvestitionen den Standort. Dabei hing das Wohl und Wehe von einer einzigen Fluglinie ab. Die Hälfte und mehr der Starts und Landungen im Nürnberger Knoblauchsland gingen auf das Konto der Billigfluggesellschaft Air Berlin. Und jedem muss schon immer klar gewesen sein, dass das gesamte Geschäftsmodell des Nürnberger Flughafens wie ein Kartenhaus zusammenbricht, wenn Air Berlin schwächelt oder gar ganz abtritt. Billigfluglinien mit ihren geringen Margen sind nun einmal für Wirtschaftskrisen besonders anfällig und streichen sofort Flüge. Durch die niedrigen Margen sind die eben besonders für Rohstoffpreisanstiege anfällig und Preiserhöhungen für Start und Landegebühren werden ebenfalls nicht akzeptiert.

Diese voraussehbaren Effekte sind nun eingetreten. Die getätigten Millioneninvestitionen am Nürnberger Flughafen für 6 Millionen Passagiere stehen sinnlos auf den ehemaligen Feldern des Knoblauchslands umeinander und kosten für die Kredite kräftig Zinsen. Die Passagierzahlen steigen nicht sondern fallen, somit auch die Gebühreneinnahmen. Dabei ist der schlimmste Fall, der Weggang von Air Berlin als Hauptnutzer noch nicht einmal eingetreten. Als Resultat ist jetzt wohl das Eigenkapital der Flughafengesellschaft, die je zur Hälfte der Stadt Nürnberg und dem Land Bayern gehört, angegriffen und auch bei der Liquidität gibt es Probleme. Aus den für den Nürnberger Kämmerer Riedel typischen völlig unklaren und unpräzisen Presseerklärungen ist herauszulesen, dass die Stadt Nürnberg für Betriebsmittelkredite für den Nürnberger Flughafen zu bürgen hat sowie eine Kapitalspritze von 50 Millionen Euro hälftig zu leisten hat. Dabei ist die Stadt Nürnberg selbst so gut wie pleite, wie sich an der verzögerten Genehmigung des Stadthaushalts 2011 durch die Regierung von Mittelfranken gezeigt hat. Wobei es witzig ist zu sehen, dass die Regierung 25 Millionen Euro Kreditaufnahme 2011 nur bedingt genehmigt hat, dies würde gerade einer hälftige Kapitalspritze für die Flughafengesellschaft entsprechen. Ein Zufall?

Der Beteiligungbesitz der Stadt Nürnberg entwickelt sich immer mehr zum weiteren Mühlstein am Hals der finanziellen Überlebensfähigkeit der Stadt Nürnberg. Oberbürgermeister Maly und seit Anfang 2008 sein Kämmerer Riedel häuften nicht nur Milliardenschulden für die Stadt Nürnberg auf und tappten dann völlig ahnunglos in die Falle der Finanzkrise 2008/2009. Sie sind auch völlig unfähig die unerwartete heftige Zwischenerholung vor der nächsten Krise zu nutzen um die Nürnberger Stadtfinanzen auch nur ein wenig zukunftsfähig zu machen. Maroder Beteiligungsbesitz wie das Klinikum Nürnberg wird lediglich durch Bilanztricks saniert, die der Stadt in einigen wenigen Jahren wieder auf die Füsse fallen wird. Wertvoller Beteiligungsbesitz wie die WBG wird durch Belastungen mit Krediten in Untergesellschaften oder Teilverschiebereien an städtische Töchter unter der Hand an die Banken verscherbelt um so den Kernhaushalt schönzurechnen. Und bei Nürnbergs Hauptbeteiligung, den Städtischen Werken sollen nicht nur Dauerverlustbringer wie das NürnbergBad abgeladen werden. Auch der Aufkauf der Thüga zusammen mit anderen Stadtwerken mit Nürnberger Anteil von rund 700 Millionen Euro soll offensichtlich rein kreditfinanziert werden ohne dass man seitens der Stadt Nürnberg das Eigenkapital der N-ERGIE oder der Städtischen Werke angemessen erhöht.

Aber die Herren Maly und Riedel wollen wohl nur noch bis Anfang 2014 zur Kommunalwahl die Fassade von geordneten Finanzen bei der Stadt Nürnberg aufrecht erhalten um noch einmal wiedergewählt zu werden. Danach werden die beiden Herren nur noch an eine auskömmlich Pension auf Kosten der Stadt Nürnberg denken. Und ihren Nachfolgern einen völlig ruinierten Stadthaushalt hinterlassen, das kümmert Maly und Riedel dann aber nur noch insoweit, als die Pensionszahlungen von der Stadt pünktlich bei ihnen eintreffen.


Nachtrag 13.7.2011: Die Abendzeitung Nürnberg berichtet heute, dass laut Kämmerer Riedel die Eigenkapitalquote des Flughafens auf 24,1 Prozent gesunken ist bei Gesamtverbindlichkeiten von 143 Millionen Euro. Die jährliche Zinslast soll mehr als 8 Millionen Euro beträgt. Da das Anlagevermögen des Flughafens zum großen Teil aus faktisch unverkäuflichen Flighafengebäuden und Einrichtungen bestehen wird sollte die Liquiditätslage des Flughafens tatsächlich kritisch sein, da die Start- und Landegebühren rückläufig sind.

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