Italien: Regierung will 29 Provinzen und 1.500 Gemeinden abschaffen.

Veröffentlicht: 13. August 2011 in Uncategorized
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(Überschrift ist ein Update)

Die Finanz- und Schuldenkrise in Europa scheint zum Motor großer Umgestaltungen auf der politischen Bühne zu werden. In der Europäische Union wird bereits am Umbau hin zu einer verstärkten Kontrolle des Finanzgebarens der Einzelstaaten durch EU Institutionen gearbeitet. Aber auch innerhalb der Staaten bringt die Finanzkrise endlich die Kraft hervor, an lange notwendigen Verwaltungsreformen zu arbeiten. Im Rahmen des italienischen Sparpakets hat die dortige Regierung jetzt den lange schon in den Schubladen existierenden Plan auf den Weg gebracht, die Anzahl italienischer Provinzen und Gemeinden radikal zu reduzieren. Gemeinden mit unter 1000 Einwohner sollen mit Nachbargemeinden fusioniert werden. Und 37 Provinzen unter 300.000 Einwohner von 110 Provinzen sollen ebenfalls aufgelöst und neu gebildet werden. Damit soll ein Einsparpotential von rund 10 Milliarden Euro jedes Jahr realisiert werden. Der Plan soll ab 2013 umgesetzt werden, freilich werden die Beharrungskräfte groß sein und Widerstand ist zu erwarten. Denn wie es der italienische Rechtspopulist Storace ausdrückt, es werde dann 54.000 Faulpelze weniger in Italien geben, womit er die Reduzierung der Verwaltung meint. Inwieweit auch Regionen betroffen sein könnten ist noch unklar, es gibt jedoch Miniregionen die durchaus mit Nachbar zusammengelegt werden könnten. Eine endgültige Entscheidung wird nach der Volkszählung 2012 getroffen. Hier eine Liste der betroffenen Provinzen mit Einwohnerzahl:

Ascoli Piceno: 214.068
Asti: 221.687
Belluno: 213.474
Benevento: 287.874
Biella: 185.768
Caltanissetta: 271.729
Campobasso: 231.086
Carbonia-Iglesias: 129.840
Crotone: 174.605
Enna:172.485
Fermo:177.914
Gorizia:142.407
Grosseto:228.157
Imperia:222.648
Isernia:88.694
La Spezia:223.516
Lodi:227.655
Massa Carrara: 203.901
Matera:203.726
Medio Campidano:102.409
Nuoro:160.677
Ogliastra:57.965
Olbia Tempio: 157.859
Oristano: 166.244
Piacenza 289.875
Pistoia: 293.061
Prato: 249.775
Rieti: 160.467
Rovigo: 247.884
Savona: 287.906
Siena: 272.638
Sondrio: 183.169
Terni: 234.665
Trieste: 236.556
Verbano-Cusio-Ossola: 163.247
Vercelli: 179.562
Vibo Valentia: 166.560

Hier ein Link zu einer Karte von Corriere della Sera

Update: Abgeschafft werden jetzt doch „nur“ 29 Provinzen (Region, Einwohnerzahl), sowie rund 1500 Gemeinden:

Ascoli Piceno (Marken): 214.068, Asti (Piemont): 221.687, Benevento (Kampanien): 287.874, Biella (Piemont): 185.768, Caltanissetta (Sizilien): 271.729, Campobasso (Molise): 231.086, Carbonia-Iglesias (Sardinien): 129.840, Crotone (Kalabrien): 174.605, Enna (Sizilien):172.485, Fermo (Marken): 177.914, Gorizia (Friaul-Julisch Venezien): 142.407, Imperia (Ligurien): 222.648, Isernia (Molise): 88.694, La Spezia (Ligurien): 223.516, Lodi (Lombardei): 227.655, Massa Carrara (Toskana): 203.901, Ogliastra (Sardinien): 57.965, Olbia-Tempio (Sardinien): 157.859, Piacenza (Emilia Romagna): 289.875, Pistoia: 293.061, Prato (Toskana): 249.775,  Rieti (Latium): 160.467, Rovigo (Venetien): 247.884, Savona (Ligurien): 287.906, Terni (Umbrien): 234.665, Trieste (Friaul-Julisch Venetien): 236.556, Verbano-Cusio-Ossola (Piemont): 163.247, Vercelli (Piemont): 179.562, Vibo Valentia (Kalabrien): 166.560

Update 2. Es sieht so aus, dass die Regionen Molise und Abruzzen wieder zu einer Region vereinigt werden. Bis zum Jahr 1963 bestand diese Region schon einmal bevor das Molise abgespalten wurde.

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Kommentare
  1. Traditionelles Kinderspiel:

    „Taler, Taler, du musst wandern, von der einen Hand zur andern.“

    Bisherige Spielregeln:

    Schleichende Inflation (1. destruktive Geldumlaufsicherung)
    Liquiditätsverzichtsprämie (2. destruktive Geldumlaufsicherung)

    Die Mitspieler haben zu bemängeln:

    Aufspaltung der Gesellschaft in Zinsgewinner (Dekadenz) und Zinsverlierer (Proletariat)
    Massenarbeitslosigkeit
    Wachstumszwang, um der Massenarbeitslosigkeit entgegenzuwirken
    Umweltzerstörung wegen Wachstumszwang
    Korruption, Kriminalität, Terrorismus und Krieg

    Die hohe Politik verspricht: Besserung, ohne die bisherigen Spielregeln zu ändern

    Die Religion predigt: Vertragt euch, Kinder, die Spielregeln sind gut!

    Neue Spielregeln wollen sich die Mitspieler bis zum Ende des Spiels (globale Liquiditätsfalle nach J. M. Keynes, klassisch: Armageddon) gar nicht erst vorstellen, denn was wäre die Welt ohne die hohe Politik…

    http://www.deweles.de/files/soziale_marktwirtschaft.pdf

    …und auch noch ohne die Religion:

    http://www.deweles.de/files/himmel_auf_erden.pdf

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