Bundespräsident Wulff sollte sich ein Beispiel am Präsident der Schweizer Nationalbank Hildebrand nehmen.

Veröffentlicht: 9. Januar 2012 in Uncategorized

Vor wenigen Stunden ist heute am 9.1.2012 der Präsident der Schweizer Nationalbank Hildebrand zurückgetreten. Hintergrund ist ein Franken/Dollar Devisengeschäft, das Hildebrands Ehefrau im engen zeitlichen Zusammenhang mit der Festlegung einer Wechselkursschranke durch die Schweizer Nationalbank von 1,20 Franken zum Euro getätigt hatte und dabei in kurzer Zeit einen hohen fünfstelligen Gewinn erzielt hatte. Dieses Geschäft war dann von einem Angestellten der Bank an einen Politiker der Schweizerischen Volkspartei wohl illegal verraten worden. Damit kam aber kurz vor Weihnachten der Verdacht auf, Hildebrand habe duch seine Frau die Insiderinformation der faktischen Abwertung des Franken gegenüber anderen Währungen durch die SNB genutzt um illegal Währungsgewinne zu erzielen.

Hildebrand hat in den letzten zwei Wochen immer betont, dass das fragliche Devisengeschäft im Rahmen des Galeriebetriebs seiner Ehefrau ausgeführt wurde und keinesfalls unüblich ist. Hildebrands Ehefrau ist in der Tat eine sehr bekannte Galeristin in der Schweiz und zudem auch US-amerikanische Staatsbürgerin. Dollartransaktionen werden von ihr häufig vorgenommen. Zudem wäre es merkwürdig, wenn ein Geldfachmann wie Hildebrand einfach nur Schweizer Franken gegen Dollar tauschen lassen würde, bei einem sicheren Insiderwissen könnte man den Gewinn durch Hebelung in 100fache Höhe treiben wenn man wirklich illegale Geschäfte betreiben wollte. Es kann also tatsächlich so sein, dass der zeitliche Zusammenhang der Devisengeschäfte der Frau Hildebrand und die Abwertung des Schweizer Frankens reiner Zufall war.

Trotzdem ist Hildebrand heute zurückgetreten. Er sagte dazu, dass er letztlich nicht beweisen könne, dass er unschuldig sei, er könne nur sein Wort geben. Da es in seiner Position als Präsident einer der wichtigsten Zentralbanken der Welt auf seine absolute Glaubwürdigkeit ankomme, sei sein Rücktritt notwendig, um Schaden von der vom ihm geführten Institution abzuwenden. Kein Wort darüber, dass der Vorgang überhaupt nur deswegen in die Öffentlichkeit gekommen ist, weil ein Bankmitarbeiter illegal Daten herausgegeben hat. Kein Wort darüber, dass der SVP Politiker, der dies dann veröffentlicht hat schon immer gegen die Geldpolitik von Hildebrand war und die Gelegenheit gern nutzte Hildebrand in Misskredit zu bringen. Einfach nur: die Würde des Amts und der Institution machen es notwendig, dass ich jetzt zurücktrete.

Darüber sollte der deutsche Bundespräsident Wulff einmal nachdenken.

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